
Schon seit längerem halte ich Kontakt zu einigen Oppostionellen in Simbabwe. Unter ihnen auch Clever Bere, einer der führenden Köpfe der Zimbabwe National Students Union. Letzte Woche hat er sich zu einem längeren Gespräch über die Lage der Studierenden sowie der Mugabe-Gegner bereit erklärt. Bei dieser Gelegenheit erzählte er mir über Folterungen in Gefängnissen, Lernen ohne Strom und Nahrung sowie seine Hoffnung darauf, dass Simbabwe bald wieder zur Perle Afrikas wird. Nachzulesen ist das ganze Interview auf OneWorld.at: Hoffen auf das Ende der „Robert Mugabe-Zerstörungs-Ära“.
Im Folgenden einige kurze Auszüge aus dem Gespräch:
OneWorld: Schafft es das Bildungssystem Simbabwes eine halbwegs gute Ausbildung zu bieten?
Clever Bere: Nein. Die Umstände sind dafür nicht sehr förderlich. Die Vortragenden streiken ständig und manche Studierende müssen oft tagelang ohne Wasser, Nahrung und Elektrizität auskommen. Die Bücher sind zudem veraltet und es gibt nur sehr wenig Computer. Sollte sich nicht bald etwas ändern, werden die Unis nur mehr halbgare Absolventen hervorbringen.
One World: Es wird in den Medien viel über den Sicherheitsdienst von Robert Mugabe berichtet. Haben Sie Erfahrungen damit gemacht? Fühlen Sie sich durch ihn bedroht?
Clever Bere: Ich war bei mehreren Gelegenheiten Opfer von Mugabe’s brutalen Agenten der Staatssicherheit. Im Jänner 2007 wurde ich gemeinsam mit Promise Mkwananzi, dem Präsidenten der ZINASU, dessen Generalsekretär, Beloved Chiweshe und sieben weiteren Studierenden verhaftet. Wir wurden in einen Wildpark in Matopo gebracht wo wir wie Müll abgeladen worden sind. Das war kurz, nachdem wir das Programm „Save our Education, save our future campaign“ gestartet hatten. Wir mussten viele Kilometer zu Fuß gehen, um schließlich von jemandem Hilfe zu bekommen. Auch haben Mitglieder der gefürchteten Central Intelligents Organisation (CIO) bereits mehrere Male meine Wohnung durchsucht. Zudem wurde ich schon öfters, aus unsinnigen Gründen, verhaftet. In den schmutzigen und kleinen Zellen wurde ich mehrfach gefoltert und mit dem Tod bedroht.
OneWorld: Wo sehen sie Simbabwe in sagen wir fünf Jahren?
Clever Bere: Simbabwe wird Schulter an Schulter gehen mit den besten Ländern Afrikas. Ich sehe ein verjüngtes Simbabwe. Ich bin sehr optimistisch.



